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Offener Brief an Oberbürgermeister Michael Jann
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Elisabeth Laade
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Bussestr.14
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74821 Mosbach
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OB Michael Jann
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Stadtverwaltung
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74819 Mosbach
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Mosbach, den 4. 4. 07
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Sehr geehrter Herr Jann,
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da für grundsätzliche Diskussionen im Gemeinderat kein Platz zu sein scheint, erlaube ich mir noch einmal nachzuhaken.
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Als Gemeinderätin sehe ich mich als Sprecherin meiner WählerInnen und bin mir der Bedeutung meines Amtes bewusst (GemO, GR,§ 25).
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Ich finde es nicht angebracht, wenn der Oberbürgermeister mit flapsigen Bemerkungen reagiert, wenn GemeinderätInnen Dinge zur Sprache bringen, die Bürger an sie herangetragen haben. Ich erwarte von Ihnen nur die Zusage, dass Sie sich um die Missstände kümmern oder die Anregungen aufnehmen werden.
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Wie Sie wissen, gelten alle Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer) als gleichberechtigt. Die Verwaltung einer Stadt hat Sorge dafür zu tragen, dass sich alle gefahrlos im Straßenraum bewegen können.
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Auf meine Anfrage in der letzten Gemeinderatssitzung, wie es denn mit einem Radwegeplan in Mosbach aussieht, verstand ich Ihre Antwort in etwa so: Falls noch Geld übrig wäre, könnte man ja auch an Radwege denken, aber eigentlich wichtig sind sie ja nicht. Wer fährt denn schon Fahrrad?
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Spätestens jetzt im Rahmen der Klimadebatte, sollte klar sein, dass auch in Sachen Verkehr neue Wege beschritten werden müssen. Dazu gehört, dass Bedingungen geschaffen werden, die es den Menschen ermöglichen Alternativen zum Auto nutzen zu können. Eine Stadt wie Mosbach, die sich Familien -und Kinderfreundlichkeit auf ihre Fahnen geschrieben hat, sollte ihre Bürger dazu ermutigen alles zu tun, um die Umwelt zu schützen und damit an die Zukunft unserer Kinder zu denken.
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Zumindest die Wege, die zu Schulen und wichtigen öffentlichen Orten führen, sollten in Kürze radfahrer- und fußgängerfreundlich gestaltet sein. Dass zum Beispiel die Übergänge am Elzuferweg, am Kino in Neckarelz, die Situation am Schwimmbad, an der Lohrtalschule, um nur einige zu nennen, die von vielen SchülernInnen genutzt werden, noch nicht verkehrssicher für Fußgänger und Radfahrer sind, ist für mich ein Zeichen von Nachlässigkeit und Ignoranz vor allem Kindern gegenüber. Mein Vorschlag wäre, einmal alle Straßen und Plätze auf ihre Kinderfreundlichkeit hin zu untersuchen und nicht nur immer an die Interessen der Autofahrer zu denken.
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In Mosbach wird viel gebaut in den nächsten Jahren.
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Die Bürger haben ein Recht darauf frühzeitig und umfassend informiert zu werden und sich gegebenenfalls an Planungen zu beteiligen. Es gab selbst hier in Mosbach Zeiten, in denen Pläne im unteren Rathaussaal ausgehängt oder in der damaligen Stadthalle in öffentlichen Veranstaltungen erklärt und Vorhaben und Ziele erläutert wurden.
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Viele Menschen müssen erst eine Hemmschwelle überwinden, bevor sie in die öffentlichen Sitzungen des Gemeinderates kommen und sich trauen ihre Anliegen dort vorzutragen. Ich denke, es ist Aufgabe der Verwaltung sie immer wieder einzuladen und zu ermutigen. Nur in einer vertrauensvollen und offenen Atmosphäre kann eine fruchtbare Zusammenarbeit mit den Bürgern entstehen, ohne die wir die Probleme der Zukunft nicht meistern können. Es wäre positiv für das Zusammenleben in unserer Stadt, wenn interessierte, engagierte und auch kritische Bürger nicht wie lästige Fliegen behandelt würden. Viel schlauer wäre es doch, ihr Ideenpotential und ihre Energie konstruktiv zu nutzen, indem sie in Entscheidungsprozesse mit eingebunden werden. Das hat leider bisher kaum Kultur in Mosbach, kann aber geändert werden, wenn der politische Wille da ist.
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Zum Schluss noch eine Frage, die mir auf der Straße schon öfter gestellt wurde:
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Warum geht der Oberbürgermeister nicht mit leuchtendem Beispiel voran und kauft sich einen Dienstwagen, der den neuen umweltpolitischen Anforderungen
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entspricht?
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Jeder gönnt Ihnen den Komfort und akzeptiert, dass Sie gewisse repräsentative Verpflichtungen haben, aber: Es gibt auch „schicke“, bequeme Autos mit neuer energiesparender Technologie.
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Ich hoffe, Sie können meinen Beitrag als konstruktiv und zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger verstehen.
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Mit freundlichen Grüßen
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Elisabeth Laade
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