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17 Jahre im Stadtrat – ein persönlicher Blick zurück und ein Ausblick in die Zukunft
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17 lange Jahre war ich Stadträtin, die letzten 12 Jahre Fraktionsvorsitzende.
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Es ist ein ungewöhnlicher Zeitpunkt zum Rücktritt – so mitten in der Amtsperiode.
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Ich möchte der Öffentlichkeit gerne meine Beweggründe darlegen.
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Im Laufe des letzten Jahres habe ich mein Engagement erweitert, sowohl was die Geographie angeht als auch die Art und Weise. Die Klimaveränderungen mit ihren weltweiten verheerenden Auswirkungen treiben mich um und an – und ich will so viele Menschen wie es mir möglich ist zum Nachdenken und Handeln anstiften.
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Als S.U.N.-Vorsitzende habe ich den regionalen Dachverband MetropolSolar (deckungsgleich mit dem Gebiet der Metropolregion) kürzlich mit gegründet, arbeite dort mit im Beirat. MetropolSolar besteht aus vielen Energieinitiativen, Firmen und Einzelpersonen. Wir vernetzen uns und suchen die Breitenwirkung für Klimaschutz in der Region.
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Außerdem habe ich ein Buch geschrieben mit dem Titel „Ganz Schön Anders. Elf Lebensentwürfe, die Mut machen“. Ich portraitiere darin „normale“ Menschen wie Dich und mich, die mit ihrem praktischen Beispiel zu einem zukunftsfesten Lebensstil anstecken können. Am 21. November 2006 stelle ich es innerhalb der vierteiligen Veranstaltungsreihe „Das Klima ändert sich. Und wir?“ in der Mälzerei in Mosbach vor. (Das gesamte Programm ist auf der Webseite von SUN zu finden hier klicken)
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Ich versuche nun also auf eine neue andere Art und Weise, Menschen zu einem nachhaltigen Lebensstil zu ermuntern und zu bewegen. Das bedeutet für mich unter anderem einige Reisen.
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Mitglied des Kreistages bleibe ich gerne, nachdem ich dort mit vielen Mitgliedern gute persönliche und politische Erfahrungen mache, was mir im Mosbacher Gemeinderat nicht unbedingt beschieden war. Im Kreistag erlebe ich Aufgeschlossenheit, und vor allem, dass Sachargumente Gewicht haben. Sicher, es gibt auch Parteipolitik, aber nach meiner Erfahrung ebenfalls das andere. Ich kann meine Energien effizienter einsetzen als in Mosbach, wo zwar immer das Hohelied der „Harmonie“ gesungen wird und „Entscheidungsfindungen nach rein sachlichen, und nicht nach parteipolitischen Gesichtspunkten“ behauptet werden. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus. Kommunalpolitische Initiativen, die mit viel Arbeit und Krafteinsatz verbunden sind, verpuffen zu oft so, als ob sie an eine Wand aus Gummi stoßen.
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Einen kurzen Rückblick möchte ich halten zu Themen, die viele bewegen, und die für mich persönlich tiefe Einschnitte bedeutet haben und noch bedeuten.
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Da war der Kampf um den Erhalt des Alten Bahnhofs, den wir trotz vorhandener Alternativen verloren geben mussten. Jetzt haben wir eine Schneise und einen anonymen seelenlosen Stadteingang. Der außerordentliche Einsatz vieler Menschen war vergeblich. Schlimm war es für mich persönlich, dass viele aus der Bürgerschaft sich ob dieser durchgepeitschten Entscheidung enttäuscht abwendeten und sich nicht mehr in die öffentlichen Angelegenheiten einmischen.
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Das zweite wichtige Thema ist die ökologische Zukunftsfähigkeit, bei der die Stadt eigentlich Vorbild zeigen sollte. „Zukunftsfähigkeit“ wird heute in Mosbach immer noch nur für den finanziellen Bereich akzeptiert, was gewiss wichtig ist. Aber auch hier verschränken sich Ökologie und Ökonomie. Energetisch versäumte Investitionen rächen sich schon seit Jahren im Haushalt. Aber davon unbeeindruckt hält die Verwaltungsspitze und die überwältigende Mehrheit des Gemeinderates an ihrem mittlerweile 15jährigen „Njet“ fest, abgesehen vom kommenden kleinen Energie-Contracting. An diesem Brett bohren wir seit fünfzehn Jahren, haben bisher allenfalls Späne herausgekratzt.
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Und wie geht es mit dem Sparen? Beim Personal (mit 10 Mio. Euro jährlich wahrlich ein „dicker Brocken“) beantragte die AL-Fraktion kürzlich, nicht nur bei den unteren und mittleren Chargen zu sparen, sondern auch in der Verwaltungsspitze. Die Aufgaben des Bürgermeisters könnten anders aufgeteilt werden. Wir meinen, es wäre ein Signal der Glaubwürdigkeit und man könne diese Stelle einsparen. Wie es ausgeht, wird man demnächst zu lesen bekommen.
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Ich finde, es ist an der Zeit, dass die Bürgerinnen und Bürger sich wieder verstärkt zu Wort melden – trotz allen Frustes, trotz aller Enttäuschungen! Wir alle sind Teil unserer Stadt, in der wir leben!
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Ich bitte, meine Entscheidung zu respektieren.
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Elisabeth Laade wird für mich nachrücken. Ich bitte ebenfalls darum, Elisabeth Laade, Jo Barzen und Willy Heidmann von der Fraktion der Alternativen Liste Mosbach weiterhin zu unterstützen.
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Mit herzlichen Grüßen
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Christine Denz
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Mosbach, 23. Oktober 2006
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Bericht von Dorothee Roos in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 30. 10. 2006 hier klicken
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