Rhein-Neckar-Zeitung, Oktober 2006

Christine Denz verlässt den Gemeinderat

Langjährige AL-Chefin scheidet aus dem Gemeinderat aus - Neues Engagement im Klimaschutz

 

Christine Denz, langjährige Stadträtin der Alternativen Liste in Mosbach, verabschiedet sich aus dem Mosbacher Gemeinderat, und zwar schon am kommenden Mittwoch, dem 18. Oktober. Der Entschluss dazu ist in den Sommerferien gereift; auf der letzten AL-Fraktionssitzung wurde er von den Fraktionskollegen diskutiert und mit Verständnis, aber auch einer gewissen Wehmut akzeptiert. Damit geht eine Ära zu Ende, war Christine Denz doch siebzehn Jahre lang Stadträtin und zwölf Jahre lang Fraktionsvorsitzende der Mosbacher „Alternativen“.

Doch wer glaubt, Christine Denz werde nun nach so viel Jahren politischer Arbeit kürzer treten wollen, sieht sich schnell eines Besseren belehrt. Das Gegenteil ist der Fall. „Im Laufe des letzten Jahres habe ich mein Engagement erweitert, sowohl was die Geographie angeht als auch die Art und Weise“, sagt Christine Denz, die auch Kreisvorsitzende der Bündnisgrünen ist. „Die Klimaveränderungen mit ihren weltweiten verheerenden Auswirkungen treiben mich um und an – und ich will so viele Menschen wie mir möglich ist zum Nachdenken und Handeln anstiften.Als S.U.N.-Vorsitzende habe ich den regionalen Dachverband MetropolSolar (deckungsgleich mit dem Gebiet der Metropolregion) mit gegründet, arbeite dort mit im Beirat. MetropolSolar besteht aus vielen Energieinitiativen, Firmen und Einzelpersonen. Ein Netzwerk mit Breitenwirkung soll hier entstehen“.

Außerdem ist sie unter die Autorinnen gegangen. Im Lauf der letzten beiden Jahre entstand das Buch „Ganz Schön Anders. Elf Lebensentwürfe, die Mut machen“. Darin hat Christine Denz Menschen aus ganz Deutschland porträtiert, die mit ihrem Beispiel zu einem zukunftsfesten Lebensstil anstecken können. Am 21. November wird es in Mosbach innerhalb der von ihr organisierten Veranstaltungsreihe „Das Klima ändert sich. Und wir?“ vorgestellt. Das Schreiben hat ihr Freude gemacht und neue Erfahrungen ermöglicht.

Alle diese Aktivitäten sind mit Reisen und natürlich mit viel neuer Arbeit verbunden. Deshalb gilt es, die eigenen Kräfte einzuteilen, ganz im Sinn eines effizienten Umgangs mit Energie. Christine Denz verhehlt nicht, dass im Gemeinderat in Mosbach für sie Arbeitseinsatz und politisches Ergebnis oft nicht im richtigen Verhältnis standen. Im Kreistag, dem sie seit der letzten Kommunalwahl angehört, möchte sie hingegen gerne bleiben, weil sie dort „gute persönliche und politische Erfahrungen gemacht“ habe und Sachorientierung groß geschrieben werde.

Für Christine Denz rückt Elisabeth Laade in den Mosbacher Gemeinderat nach. Der Eintritt im Herbst ermögliche es Frau Laade, an den Beratungen für den nächsten städtischen Haushalt von Anfang an teilzunehmen. Auch deshalb habe sie das für viele überraschende Rücktrittdatum gewählt.

Dass die AL-Fraktion sie vermissen wird, daran besteht kein Zweifel. Doch bleibt Christine Denz allen ökologisch Engagierten in Mosbach als Ansprechpartnerin erhalten; sicherlich wird man auch weiterhin ihre Stimme hören.

Dorothee Roos

 

 

 

 

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