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Leichte Verluste und eine Konstante
Mosbacher Gemeinderatswahl: Außer der AL mussten alle Gruppierungen Sitze abgeben
Mosbach. (ly) Einen unerwarteten Sieger, der keine Stimme erhielt (aber viele zählen musste), hatte die Mosbacher Gemeinderatswahl mit der Stadtverwaltung. Was der Gemeinderat, und hier insbesondere die "Großen", per Beschluss nämlich nicht wollte, das schaffte ein günstiges Wahlergebnis: Das Gremium wird kleiner! Und eben das liegt - auch aus Sparsamkeitsgründen - im Sinne der Verwaltung.
Zu den 32 regulären Sitzen kommt nur noch ein Ausgleichssitz hinzu, der im Zusammenhang mit der unechten Teilortswahl anfällt. Nach dem letzten Urnengang waren es derer noch sechs! 33 statt bislang 38 Räte umfasst der neue Mosbacher Stadtrat, der sich allerdings nicht nur verschlankte, sondern auch verjüngte.
Und das auch in der stärksten Fraktion, die nun die jüngste Gemeinderätin stellt: Kathrin Unglenk, erst 21 Jahre alt, Spross einer bekannten Mosbacher Familie und sehr selbstbewusst in den Wahlkampf gegangen, schaffte den Sprung locker. Stimmenmäßig klar von Dr. Thomas Ulmer angeführt, legte die CDU zwar prozentual leicht zu (von 41,7 auf 42,2%), verlor aber absolut an Stimmen (99300 statt 100660) und büßte zwei ihrer 17 Sitze ein. Prominentes Opfer aus der Fraktion: Helmut Mursa.
Ähnliches gilt für die SPD, deren Genossen künftig einen Ratssessel weniger einnehmen werden. Neun Räte gibt es für 25,4 Prozent der Stimmen. Während man Sigrid Keil künftig hier vermissen wird, stärkt mit einem hervorragenden Ergebnis Lohrbachs Ortsvorsteher Norbert Schneider die Reihen. Als "Zugpferd" hier wie bei den Kreistagswahlen erwies sich Fraktionschef Georg Nelius, dem in beiden Gremien Karl-Heinz Schmidt zur Seite steht.
Mit Leni Endlich aus Neckarelz vermeldet die FWV-Fraktion einen Neuzugang. Die Hausfrau zieht mit einem stattlichen Stimmenpolster in den Rat ein, wo sie mit vier Kollegen die Politik der "Freien" vertreten wird. Und in deren Sinn, so betonte Sprecher Martin Hess mehrmals, ist die Verkleinerung des Stadtparlaments ebenso wie die Abkehr von den Plänen für eine Knopfhof-Bebauung.
Diese Positionen nahm auch die Alternative Liste im Wahlkampf ein. Die AL ist übrigens die einzige Gruppierung, die ihre Plätze behauptete. Für die nicht mehr kandidierende Dorothee Roos komplettiert künftig Joachim Barzen (Diedesheim) das AL-Trio. Zwar ist damit die Frauenquote gesunken, doch die Freude über die gestiegene Stimmenzahl (von 21005 auf 24551) und über das von Christine Denz errungene Kreistags-Direktmandat dürfte dies überwiegen.
Bleibt noch die FDP: Heinrich Stadler erhält das Mandat, das den Freidemokraten für 5,2 Prozent (1999: 6,6%) der Stimmen zugesprochen wurde.
Weniger Sitze, weniger Stimmen: Einen leichten Rückgang weist die Statistik auch für die Wahlbeteiligung aus: 1999 gingen noch 52,8 % der Wahlberechtigten zu den Urnen, am Sonntag waren es 51,5 % (das genauen Ergebnis steht auf S. 6 dieser Ausgabe).
Gut, dass die Wellen des Wahlkampfs in der Fachwerkstadt so hoch nicht schlugen und alle Kandidaten auf Sachpolitik setzten. So können alte und neue Mandatsträger ohne "Nachschläge" an die kommenden Aufgaben gehen. Und dazu - es wurde unmissverständlich im "alten" Rat angekündigt - wird auch das eingangs erwähnte Thema gehören: die Reduzierung des Stadtparlaments. Der von der Verwaltung eingebrachte Vorschlag muss wieder aufgegriffen werden, denn ob nochmals so günstig gewählt wird, darf wohl bezweifelt werden.
Rhein-Neckar-Zeitung, 16. 6. 2004
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