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2. Juli 2008
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Offener Brief an Karl-Heinz Neser, CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag des Neckar-Odenwald-Kreis
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Betrifft Ihre Stellungnahme zum Thema Atom-Müll-Endlagerung
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Sehr geehrter Herr Neser,
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auch CDU – Leserbriefe sind nicht immer von wirtschaftlichem Sachverstand getränkt.
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Ihre polemische Antwort auf „grüne Leserbriefe“ nötigt mich als grüne Basis ausnahmsweise auch mal einen Leserbrief zu verfassen.
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* Dass die, welche einen demokratisch legitimierten Ausstiegsbeschluss verteidigen, mit ihren Argumenten nicht ganz falsch liegen können und damit Volksvermögen erhalten und Arbeitsplätze schaffen, zeigt schon die Bilanz der erneuerbaren Energien.
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* Bis heute ist die Kernschmelze bei keinem Reaktor der Welt ausgeschlossen.
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* Weltweit ist das Entsorgungsproblem ungelöst – wenn die Neandertaler Atomkraft gehabt hätten, müssten wir heute noch für deren Müll sorgen.
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* Je mehr Atomkraftwerke, umso so größer ist die Gefahr der Proliferation – umso größer ist die Gefahr, dass dieses Material in die falschen Hände gerät. Ihr Parteikollege, unser Innenminister Schäuble, wird nicht müde, vor der Gefahr von terroristischen Anschlägen zu warnen.
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* Atommüll ist bei Endlagerzeiten von bis zu 1 Million Jahren menschlich nicht beherrschbar.
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* Die deutsche Endlagerstätte Asse ist bereits nach 40 Jahren einsturzgefährdet.
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All das sind genug Gründe für einen Ausstieg!
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Und um Ihre Träume vom billigen Atomstrom endgültig zu Nichte zu machen, sollte man sich vor Augen führen, dass allein innerhalb der OECD 300 Mrd. Dollar an staatlichen Subventionen in die Atomstromproduktion geflossen sind für gerade mal 16% Strommenge.
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Ich habe auch in der Vergangenheit als Verbraucher leider nichts von dem billigen Atomstrom bemerkt. Der Preis, den ich bezahlt habe lag, um einige hundert Prozent höher.
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Die großen Energieversorger als Betreiber der AKW’s, nutzten die enormen Gewinne
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stattdessen dazu, dezentrale und kostengünstige Energiestrukturen mit allen Mitteln zu
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verhindern.
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Verantwortung für die Zukunft ist nun mal nicht rentabel!
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Wir machen uns keine Vorstellung davon, was die Hinterlassenschaft des Atomstroms, gehen wir von 100.000 Jahren sicherer Lagerung aus, bei den nächsten 4000! Generationen an Kostenbelastung bedeutet.
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Dass Deutschland einen „Sonderweg“ beschreitet kann ich ebenfalls nicht erkennen.
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Das zeigt allein die Tatsache, dass die meisten europäischen Länder das EEG in großen Teilen kopiert haben und auch die bei bis zu 40 –120 % liegenden jährlichen Wachstumsraten bei erneuerbaren Energien im weltweiten Maßstab. Uran hat die geringste Reichweite aller verfügbaren Energieträger.
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Die einzig angepasste Kernenergienutzung ist die der Sonne, welche uns pro Stunde mehr Energie liefert als wir weltweit in einem ganzen Jahr brauchen.
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Sehr geehrter Herr Neser , Atomkraftwerke sind Auslaufmodelle und Deutschland exportiert Strom.
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Lassen Sie uns sachlich über eine zukünftige nachhaltige und wirtschaftliche Energieversorgung diskutieren!
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Die Zukunft gehört den 3 E:
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* Energieeinsparung
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* Energieeffzienz
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* Erneuerbare Energien
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Joachim Barzen, Mosbach
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