|
AL: „Straßen im ‘Mittel’ nach Frauen benennen!“
Modernes Denken gefordert - Vorbild und Identität
Das Baugebiet „Mittel“ braucht Namen für die neuen Straßen. Diese können Auskunft über die Kultur, Geschichte oder Topographie eines Ortes geben. Es sollten Namen sein, mit denen sich die Neu-SiedlerInnen im besten Fall identifizieren können. In Mosbachs bisheriger Namensgebung fällt auf, dass 78 Straßen und Gebäude nach Männern benannt sind, aber nur insgesamt 9 Frauen Namensgeberinnen sind. Nur eine Straße, nämlich die Hilde-Kirsch-Straße, ist nach einer Schriftstellerin benannt; einige weitere tragen den Namen von Göttinnen und Heiligen, z. B. Marien-, Luna- und Venusstraße. Deshalb hat die Alternative Liste Mosbach mit einem Antrag an OB Lauth gerne den Vorschlag der VHS-Frauenakademie Neckar-Odenwald aufgegriffen, die im neuen Baugebiet „Mittel“ gelegenen Straßen nach regional oder überregional bedeutenden Frauen zu benennen. Die Projektgruppe „Frauen-Namen im öffentlichen Raum“ hatte insgesamt 21 Namen aufgelistet, davon 11 aus Mosbachs älterer oder jüngerer Vergangenheit. Alle haben hervorragende Verdienste in Beruf, Ehrenamt und/oder Politik erworben und sich in und für Mosbach eingesetzt. Genannt werden Dr. Frieda Baisch, Rotraud Laade, Gisela Gläser-Klein, Käthe Pikart, Dorothee Brüche-Lilienthal, Klara Röth, Elisabeth Silbereisen, Gertrud Früh-Boxheimer, Luise Ortwein, Kurfürstin Amalia und Pfalzgräfin Johanna. Die Schilder sollten mit einem kurzen Text auf die Bedeutsamkeit der Persönlichkeiten hinweisen.
Die AL-StadträtInnen Christine Denz, Dorothee Roos und Wilhelm Heidmann hoffen, dass sich die anderen Ratsfraktionen dem modernen Denken nicht verschließen, wenn der dann neu gewählte Gemeinderat über die Namensgebung im Baugebiet „Mittel“ entscheidet. Die Gesellschaft brauche die verstärkte gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in allen Bereichen des Lebens, besonders der öffentlichen Präsenz. Hier gebe es auch in Mosbach noch einen großen Nachholbedarf. Frauen verschwinden aus dem kollektiven Gedächtnis, wenn sie nicht erinnert werden. Für die Mädchen seien weibliche Vorbilder wichtig. Sie brauchen Beispiele von vielschichtigen weiblichen Lebensmodellen, mit denen sie sich identifizieren wollen und denen sie nachstreben. Jungen haben traditionell ganz selbstverständlich viele Beispiele der Bandbreite dessen, was an Lebenszielen möglich ist. Die Dominanz männlicher Namen im öffentlichen Raum fördere nicht die gleichberechtigte Entwicklung von Mädchen und Jungen. Es müsse allmählich ein Ausgleich geschaffen werden.
Pressemiteilung, 21. 5. 2004
|